Unter dem Eishor

Im leeren Raum schweben, nebst anderen Himmelskörpern, Ibiëtra (die Sonne), der Planet Dokradaesh und sein roter Mond Eishor.

Die Menschheit breitete sich auf den Kontinenten Baendëaeri, Airini und Kaenkami Ogradis aus. Dieser bevölkerte Teil der Welt wird Radaesh genannt.

In vielen tausend Eishora (Mondjahren) entstanden drei große Kulturen: die Klans von Ehortt im hohen Norden, die Sewasdar im fernen Süden und die Taïn dazwischen. Daraus gingen das Weiße, das Goldene und das Schwarze Reich hervor.

Taïn ist das größte und einflussreichste dieser Reiche, bekannt für Fortschritt und Schlichtheit. Lange Zeit herrschten dort die Shakaë (Königinnen), doch ihre Ordnung endete mit dem Aufstand von Litroeïk. An ihre Stelle traten die Araë: ein fünfzigköpfiger Rat, der seine Mitglieder selbst auswählt und kein Heer befehligt.

Die Kadaeïl sind eine weitere politische Gruppe in Taïn. Ihr Ziel ist ein Staat, in dem nur die Fleißigsten aufsteigen und nur die Erfahrensten entscheiden. In solch einem Grauen Reich sind alle Menschen ihren Höhergestellten unterworfen. Auch ihre Arbeit dürfen sie nicht wählen. An der Spitze steht die Orbaek (Führerin). Unter Orbaek Fluenkash errangen die Kadaeïl einst kurzzeitig die Gewalt über Taïn. Später waren sie an Litroeïks Umbruch beteiligt.

Die Ehortt leben in den Bergen, den Wäldern, den Steppen und den Eiswüsten von Baendëaeri Ogradis. Die Nähe zu Taïn zwang ihre achtzehn Klans früh zur Vereinigung. Die Horbek (Klanführerinnen) wählen aus ihren Reihen ein Oberhaupt des Gesamtreichs und bestimmen ihre Nachfolgerinnen selbst, allerdings abhängig von der Gunst ihrer jeweiligen Klans.

Der Austausch zwischen Nord-Radaesh und Sewasdar hält sich seit jeher in Grenzen. Das Land der Wüste und des Urwalds gilt als bunt und vielfältig – ganz im Gegensatz zu Taïn. Wie die Horbek von Ehortt wählen die Hwebsar (Verwalterinnen der großen Städte) von Sewasdar ihre Nachfolgerinnen noch zu Lebzeiten aus. Die Hwebsar von Sadamak ist gleichzeitig Memeh (Königin) von ganz Sewasdar.

Die fünf großen Städte dieses Reiches – Sadamak, Môhduk, Bârwang, Dukereh und Saleh – sind seit der Zeit von Sumâr in Zehntel unterteilt. Die Sewasdar werden, je nach Bedarf, schon im Kindesalter einer Arbeit und damit einem Zehntel zugewiesen. Dort verbringen sie den Großteil ihres Lebens. Im Zentrum jeder Stadt haust die zugehörige Hwebsar in einem Turm.

Der folgende Zeitstrahl in drei Bildern zeigt insbesondere das Ramoünsh Raekun Shakaë (Zeitalter der Königinnen von Taïn) und geht auf die Geschichtsschreibung des Badaereik zurück.